Heute ist der 22.05.2026, und in Hamburg-Nord brodelt es – aber nicht nur wegen des frischen Brötchens vom Bäcker um die Ecke. Die Zahlen, die aus dem Wohnungsbau kommen, sorgen eher für ein mulmiges Gefühl im Magen. Im Jahr 2023 wurden in Hamburg gerade mal 5.976 Wohnungen fertiggestellt. Das sind 2.343 weniger als im Jahr davor – ein Rückgang um satte 28%! Und bundesweit sieht’s nicht viel besser aus: Rund 206.600 neue Wohnungen, was einen Rückgang von 18% bedeutet. Man könnte meinen, die Baukrise ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht, sondern ein richtig harter Tritt in die Magengrube.

Die Gründe für diese Misere? Na, die sind so vielfältig wie eine Tüte Gummibärchen. Geopolitische und wirtschaftliche Krisen, explodierende Kosten und hohe Zinsen stellen die Bauunternehmen vor große Herausforderungen. „Wir stecken in der Baukrise“, sagt der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen. Und das ist noch nicht alles: Der Mieterverein in Hamburg ist alarmiert. Bezahlbarer Wohnraum? Fehlanzeige! Das sieht man auch an den fertiggestellten Sozialwohnungen: 1.953 im Jahr 2023, 308 weniger als im Vorjahr – ein Rückgang um 14%!

Die Zahlen im Detail

Die Situation ist dramatisch. Insgesamt gibt es in Hamburg 76.533 Sozialwohnungen, aber mehr als 640.000 Haushalte haben Anspruch darauf. Über 13.000 Menschen warten auf eine Wohnung. Der rot-grüne Senat hat sich das Ziel gesetzt, jährlich 3.000 neue Sozialwohnungen zu schaffen. Das klingt gut, aber die Realität ist oft anders. Die Linke fordert zusätzlich eine dauerhafte Sozialbindung für geförderte Neubauwohnungen. Vielleicht könnte das die Lage etwas entspannen – wenn man denn die nötigen Grundstücke und Baumaterialien hätte.

Die durchschnittliche Wohnungsgröße ist auf 73,1 Quadratmeter gestiegen, aber der Anteil kleiner Ein- und Zweizimmerwohnungen ist gesunken. Man könnte sagen, die Bauherren scheinen sich für größere Einheiten zu entscheiden. In den neuen Häusern entstanden 5.672 Wohnungen, während nur 349 in bestehenden Gebäuden fertiggestellt wurden. Interessanterweise sind die neuen Eigentumswohnungen von 1.610 auf 1.554 gesunken. Ein Trend, der für viele an der Wohnungssuche Leidtragenden nicht wirklich erfreulich sein dürfte.

Ein Blick in die Zukunft

Mit 5.395 neuen Wohnungen, die Ende 2023 im Bau sind, und 10.435 möglichen, die jedoch noch nicht begonnen wurden, gibt es einen Bauüberhang von 20.561 Wohnungen in 3.879 Gebäuden. Die Baugenehmigungen haben zwar leicht zugenommen – 6.676 neue Genehmigungen, 44,6% mehr als 2022 – aber das ist ein schwacher Trost. Der rot-grüne Senat hat sich das Ziel gesetzt, jährlich 10.000 neue Baugenehmigungen zu erteilen. Ob das wirklich gelingt, bleibt abzuwarten.

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In einem größeren Kontext betrachtet, haben die Rahmenbedingungen am Bau- und Immobilienmarkt sich zwar seit 2022 und 2023 verbessert. Hypothekenzinsen sind unter den Höchststand von November 2023 gefallen. Eine Senkung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank könnte vielleicht neue Impulse setzen. Auch die Baupreise zeigen eine gewisse Entspannung. Im ersten Quartal 2025 stiegen die Baugenehmigungen um 3,4% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Aber ob das alles ausreicht, um die drängenden Fragen des Wohnungsmarktes zu lösen? Das bleibt fraglich.

Die Bundesregierung hat sich mit verschiedenen Maßnahmen dem Thema bezahlbares Wohnen angenommen. Im Jahr 2024 wurden knapp 62.000 Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau gefördert – ein Anstieg von 51% gegenüber 2022. Das sind positive Signale, die vielleicht Hoffnung auf eine Wende bringen könnten. Doch bis die ersten Spatenstiche gemacht werden und die ersten Mieter einziehen, wird noch viel Wasser die Elbe hinunterfließen müssen.