In der norddeutschen Metropole Hamburg brodelt es: Die Stadt hat sich zusammen mit den Bundesländern Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele beworben. Diese Länder sehen die Bewerbung als eine „Jahrhundertchance“ und setzen auf ein Konzept, das Nachhaltigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Nutzung bestehender Sportstätten in den Mittelpunkt stellt. Der Vorsitzende der IHK-Nord, André Grobien, hebt die wirtschaftliche Stärke der Küstenländer hervor und betont, dass die Spiele wirtschaftliche Impulse und Umsetzungsdruck erzeugen würden. Die norddeutschen Länder betonen, dass sie die Ausrichtung der Spiele als gemeinsames Ziel verfolgen, was auch die Zusammenarbeit zwischen den Regionen fördert. Laut Grobien könnte Norddeutschland sich als attraktiver, weltoffener Gastgeber präsentieren, was internationale Strahlkraft und Anerkennung für Deutschland mit sich bringen würde. [Weser-Kurier]

Das Konzept für die Bewerbung wird am kommenden Samstag in Hamburg vorgestellt. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sind die Präsentatoren dieses ambitionierten Plans. Hamburg und Schleswig-Holstein sind die letzten deutschen Kandidaten, die vor der entscheidenden Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im nächsten Jahr antreten. Mit weiteren Bewerbern wie Berlin, München und der Region Rhein-Ruhr ist die Konkurrenz groß. Besonders wichtig ist dabei die Zustimmung der Bevölkerung, denn frühere Bewerbungen, wie die von München 2022 und Hamburg 2024, scheiterten an Bürgervoten. Daher wird auf frühzeitige Transparenz und Bürgerbeteiligung gesetzt, um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. [T-Online]

Wirtschaftliche Perspektiven und Herausforderungen

Die Ausrichtung der Olympischen Spiele wird von vielen Städten und Regionen in Deutschland als Chance gesehen, einen wirtschaftlichen Schub zu erhalten. Sportökonom Timo Zimmermann von der ISM beschreibt die wirtschaftlichen Impulse zwar als überschaubar, jedoch ist festzustellen, dass das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in der Ausrichterregion im Jahr des Events und im Jahr davor um 3-4% steigen kann. Dies könnte auch für Hamburg und die umliegenden Bundesländer von Vorteil sein. Der Innensenator Hamburgs, Andy Grote, hat sich bereits mit dem stellvertretenden Bürgermeister von Paris getroffen, um über die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Spiele 2024 zu sprechen und die Beschäftigungseffekte sowie lokale wirtschaftliche Vorteile hervorzuheben. [Tagesschau]

Allerdings sind die Kosten für die Olympischen Spiele nicht zu unterschätzen. Schätzungen gehen davon aus, dass die Gesamtkosten für die Spiele in Mailand und Cortina knapp 6 Milliarden Euro betragen werden, während die Sommerspiele in Paris laut französischem Rechnungshof mit 6,6 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Über 50% der Kosten fließen in Infrastruktur, der Rest in Organisation und Sicherheit. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist der größte wirtschaftliche Profiteur der Spiele und erhält Einnahmen aus medialer und werberechtlicher Vermarktung. Es gibt jedoch auch soziale, ökologische und kulturelle Effekte, die langfristig aus der Veranstaltung resultieren können, darunter die Modernisierung der Infrastruktur und die Förderung von Sport und Gesundheit.

Die Entscheidung über die deutsche Olympia-Kandidatur wird im Herbst durch den Deutschen Olympischen Sportbund getroffen. Die letzte Olympischen Spiele, die in Deutschland stattfanden, liegen bereits 1972 in München zurück, und die Hoffnungen sind groß, dass Norddeutschland diesmal das Rennen macht.

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