KI-Revolution im Grünland: So optimiert SmartCut die Milchproduktion!
In der idyllischen Pfalz trifft moderne Technologie auf die traditionelle Landwirtschaft. Tobias Zarth, ein Landwirt vom Wahlerhof, nutzt die innovative KI-App „SmartCut“, um den idealen Erntezeitpunkt für Gras auf seinen 90 Hektar Grünlandflächen zu bestimmen. Mit rund 200 Milchkühen im Stall ist die Qualität seines Futters für die Milchproduktion entscheidend. Derzeit erfolgt die Flächenkontrolle noch manuell, was durchaus zeitaufwendig ist. Doch eine neue Ära der Effizienz steht bevor.
Das Projekt „SmartCut“, gefördert von der EU über die Europäische Innovationspartnerschaft EIP-Agri, hat sich zum Ziel gesetzt, ein umfassendes Bestandsentwicklungsmodell für die Grünlandwirtschaft zu entwickeln. Johannes Steinforth von der Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle ist für die Datensammlung verantwortlich. „Wir wollen Landwirten helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen“, erklärt Steinforth. Dazu werden Proben des gemähten Grases auf wichtige Inhaltsstoffe wie Protein, Zucker und Rohfaser analysiert. Diese Proben stammen von festgelegten Versuchsflächen, die mit Wetterstationen ausgestattet sind, um präzise Daten zu erfassen.
Die Rolle der Daten und Prognosen
SmartCut nutzt nicht nur die gesammelten Daten von den Landwirten, sondern auch Satellitenbilder, um genaue Prognosen zu erstellen. Das Modell berücksichtigt viele Einflussfaktoren, darunter Witterungsdaten, Bodenfeuchte und Düngepraktiken. Mithilfe von Prognosen, die praxisnah dargestellt werden, soll das Grünlandmanagement optimiert werden. „Der Zugriff auf die GeoBox-Infrastruktur ermöglicht Landwirten, ihre Betriebsziele basierend auf dynamischen Ertrags- und Qualitätskomponenten zu optimieren“, so Zarth.
Die Molkerei-Genossenschaft Hochwald-Foods, ebenfalls ein Unterstützer des Projekts, sieht in SmartCut eine bedeutende Initiative innerhalb ihrer Nachhaltigkeitsanstrengungen. „Mit dieser Technologie möchten wir die Ressourcennutzung verbessern und somit die Milchproduktion steigern“, betont ein Sprecher der Genossenschaft.
Ein langer Weg zur nachhaltigen Landwirtschaft
Die Projektlaufzeit für SmartCut beträgt drei Jahre. Nach dieser Zeit soll die App sowohl als mobile Anwendung als auch als Computerprogramm zur Verfügung stehen. Das Prognosemodell wird nicht nur dazu beitragen, den optimalen Schnittzeitpunkt zu ermitteln, sondern auch Prognosen für Folgeschnitte zu liefern, um die Produktionsweise weiter zu verbessern. Die erwarteten Ergebnisse sind vielversprechend: eine gesteigerte Produktivität, mehr Wirtschaftlichkeit und eine nachhaltigere Bewirtschaftung des Grünlands.
Das ist ein guter Schritt in Richtung Zukunft der Landwirtschaft, wobei die ersten Erfahrungen und Ergebnisse in naher Zukunft veröffentlicht werden sollen. „Landwirte in Rheinland-Pfalz können sich auf eine spannende Entwicklung freuen“, fasst Steinforth zusammen. Mehr Informationen zu diesem Innovationsprojekt finden Sie hier und hier.
