In den letzten Jahren ist das Thema Femizid in Deutschland, insbesondere in Hamburg, immer wieder in den Fokus geraten. Die aktuelle Situation ist alarmierend: Seit Anfang 2025 listet der Hamburger Senat 15 Fälle von vollendeter und versuchter Tötung von Frauen auf, wie aus einer Anfrage der Linksfraktion in der Bürgerschaft hervorgeht. Besonders erschreckend sind die Umstände dieser Taten. So wurde eine Frau in Groß Borstel von ihrem Mann geschlagen, gewürgt und mit einem Messer verletzt. Ein weiterer Fall betrifft einen Sohn, der seine Mutter erstochen hat und versucht hat, seine Stiefmutter zu töten; dieser leidet an Schizophrenie. Hila Latifi von der Linksfraktion bezeichnet alle Gewalttaten gegen Frauen als Femizid, was jedoch unterschiedliche Ansichten über die tatsächliche Klassifizierung dieser Taten aufwirft. Sie kritisiert zudem die Datenlage als unvollständig und irreführend, da der Mord an einer Schriftstellerin im April 2025 nicht in den offiziellen Statistiken aufgeführt ist. Weitere Informationen finden sich in dem Bericht des NDR über Femizide in Hamburg (hier).

Vielfältige Gewaltphänomene

Das Factsheet Opferschutz der Hamburger Sozialbehörde geht über die reinen Zahlen hinaus und beleuchtet das breite Spektrum an Gewalt, das Frauen und Mädchen betrifft. Es bezieht sich auf verschiedene Gewaltphänomene gemäß der Istanbul-Konvention, darunter häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, Stalking, Zwangsheiratspraktiken und weibliche Genitalverstümmelung. Die Daten stammen aus verschiedenen Quellen, wie Hamburger Beratungsstellen, Frauenhäusern und der polizeilichen Kriminalstatistik. Diese umfassenden Informationen sind entscheidend, um das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen in Hamburg besser zu verstehen und effektive Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen zu entwickeln. Das Factsheet bietet zudem Einblicke in Hamburger Schutzunterkünfte, Gerichtsverfahren und die Arbeit mit Tätern und Täterinnen sowie weitere Unterstützungsangebote (hier).

Femizide in Deutschland im Überblick

Die Situation in Hamburg spiegelt sich in den bundesweiten Statistiken wider. Laut dem Bundeskriminalamt wurden zwischen 2019 und 2023 eine signifikante Anzahl an Femiziden erfasst. Ein Graph zeigt die Anzahl der polizeilich erfassten Opfer von Femiziden in Deutschland und bietet eine wichtige Grundlage für die Analyse und das Verständnis dieser Gewalttaten. Der letzte Zugriff auf die Daten fand am 6. März 2026 statt, und die Veröffentlichung des Graphen ist für den 19. November 2024 geplant.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Thema Femizid und Gewalt gegen Frauen in Deutschland weiterhin ein drängendes gesellschaftliches Problem darstellt. Die Zahlen und Berichte verdeutlichen die Notwendigkeit, präventive Maßnahmen zu ergreifen und ein starkes Netz von Unterstützung und Schutz für Betroffene zu schaffen.