Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gab es einen Vorfall, der die Gemüter erhitzt und für reichlich Gesprächsstoff sorgt. Eine Kamera wurde in einer Frauen-Umkleide entdeckt – und das Ganze war alles andere als harmlos. Versteckt in einem Schuh, mit einem kleinen Loch für die Linse, wurde die Kamera zufällig von einer Angestellten entdeckt, die sofort Alarm schlug und ihre Vorgesetzten informierte. Die Frage, die jetzt viele umtreibt: Wer hat sich das erlaubt? Und war die Kamera tatsächlich eingeschaltet? Die Polizei hat die Ermittlungen übernommen, doch die Antworten sind im Moment noch ungewiss.

Der Vorfall ereignete sich bereits im Dezember, wurde jedoch erst kürzlich durch eine Anfrage der Linksfraktion öffentlich. Das macht natürlich neugierig! Rund 60 weibliche Angestellte haben mit einem Zahlencode Zutritt zur Umkleide, was die Sache zusätzlich brisant macht. Erinnerungen an einen ähnlichen Vorfall werden wach: Ein Beamter soll seine Kolleginnen in einem Polizei-Kommissariat beim Duschen gefilmt haben. Die Schockwellen dieser Taten sind unübersehbar, und das UKE hat bereits eine dritte Person freigestellt, die bei einer Tochterfirma arbeitet, die die Gebäude des Klinikums unterhält. Gleichzeitig gibt es neue Einzelheiten zu Bestechungsvorwürfen bei einer UKE-Tochter, die seit über drei Jahren von der Staatsanwaltschaft untersucht werden.

Ein Blick auf die Situation im Gesundheitswesen

Im Gesundheits- und Sozialwesen gibt es ein drängendes Thema, das nicht ignoriert werden kann: sexuelle Belästigung und Gewalt. Die Beschäftigten benötigen dringend bessere Informationen und Aufklärung über die Risiken am Arbeitsplatz. Eine Studie der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat ergeben, dass sexuelle Belästigung und Gewalt weit verbreitet sind. Bei 94% der 1.984 befragten Beschäftigten im Gesundheitswesen gab es in den letzten 12 Monaten verbale Gewalt, und 70% berichteten von körperlicher Gewalt. Das ist alarmierend!

Die Ursachen für diese erschreckenden Statistiken sind vielschichtig. Häufig korreliert die Häufigkeit von sexueller Belästigung mit psychischen Beeinträchtigungen der Betroffenen. Aber das Thema bleibt oft ein Tabu, und viele Beschäftigte fühlen sich in ihrer Arbeit nicht ausreichend geschützt. Die internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat 2019 eine Gewaltdefinition ratifiziert, die sexuelle Belästigung und geschlechtsspezifische Gewalt umfassend erfasst. In Deutschland regelt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) den Schutz vor Diskriminierung und sexueller Belästigung. Doch wo bleibt die Umsetzung?

Die Notwendigkeit von Prävention und Unterstützung

Die BGW hat einen Fragebogen entwickelt, der sexuelle Belästigung und Gewalt in ihren verschiedenen Facetten erfasst. Dabei zeigt sich, dass 53% der Belästigungen von Kunden oder Patienten ausgehen, gefolgt von 43% durch Kollegen und 19% durch Vorgesetzte. Das lässt einem schon das Blut in den Adern gefrieren. Die Notwendigkeit für Maßnahmen zur Prävention und zum Umgang mit Gewalt am Arbeitsplatz ist unumstritten. Betriebe sind verpflichtet, ihre Mitarbeiter zu schützen und Strukturen zu schaffen, die eine Meldung von Vorfällen ermöglichen.

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Das Thema sexuelle Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz muss endlich offen diskutiert werden. Der Druck auf die Führungsebene ist hoch, denn Vorgesetzte sollten eine Vorbildfunktion einnehmen und sich aktiv für eine gewalt- und diskriminierungsfreie Arbeitskultur einsetzen. Das Ziel muss klar sein: eine Umgebung zu schaffen, in der sich alle Beschäftigten sicher und respektiert fühlen. Denn nur so können wir den Kreislauf der Gewalt durchbrechen und echte Veränderungen herbeiführen.