Ein tragischer Fall aus Hamburg hat nun große Wellen geschlagen: Ein 29-jähriger Mann, der als Kind wegen eines Hirntumors im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) behandelt wurde, erhält aufgrund gravierender Behandlungsfehler Entschädigungen in Millionenhöhe. Der Junge wurde 2011, im Alter von 13 Jahren, ins UKE eingeliefert, jedoch wurde der notwendige chirurgische Eingriff aus unerklärlichen Gründen auf nach Ostern verschoben, obwohl sofortiger Handlungsbedarf bestanden hätte. Diese Verzögerung führte zu schweren Hirnblutungen, was letztlich eine Notoperation erforderte und zu irreversiblen neurologischen Schäden führte.

Das Landgericht Hamburg hat bereits 2021 festgestellt, dass der Junge, dessen Name aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht veröffentlicht wird, bei rechtzeitiger Behandlung ein normales Leben hätte führen können. Acht Gutachter bestätigten die Behandlungsfehler, wobei sieben von ihnen dies als „grobe Behandlungsfehler“ einstuften. Das Gericht sprach der Familie daher ein Schmerzensgeld von 450.000 Euro zu. In einem aktuell laufenden Verfahren wurde nun die Höhe der weiteren finanziellen Entschädigung, inklusive Verdienstausfall und Pflegekosten, ermittelt.

Eine summieren sich hohe Beträge

Die Haftpflichtversicherung des UKE muss für bereits entstandene Verdienstausfälle und Pflegekosten nun 351.000 Euro zahlen. Zudem erhält der Patient monatlich 1.800 Euro, bis er im Juni 2064 das reguläre Rentenalter erreicht. Für die erforderliche Pflege wurden zusätzlich monatliche 5.036 Euro zugesprochen, die lebenslang gezahlt werden. Insgesamt könnten die laufenden Zahlungen bis zum Jahr 2064 auf rund 3,2 Millionen Euro anwachsen, zuzüglich bereits entstandener Kosten und Zinsen. Der Anwalt der Familie, Malte Oehlschläger, schätzt die gesamten Ansprüche sogar auf über drei Millionen Euro, während auch das UKE selbst die Höhe der Pflegekosten in Frage stellte.

Wie die Mopo berichtet, war der Tumor des Jungen bei der Diagnose gutartig und somit günstig für eine Operation. Die Argumentation des UKE, der Junge hätte aufgrund seiner schulischen Leistungen und Noten in der Hauptschule wahrscheinlich keinen guten Job gefunden, wurde vom Gericht zurückgewiesen. Stattdessen kam man zu dem Schluss, dass der Patient mit einer rechtzeitigen Operation einen mittleren Schulabschluss und eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker hätte erreichen können.

Schulische und berufliche Perspektiven

Im Detail legte das Gericht dar, dass aufgrund seiner schulischen Leistungen der Junge mit größerer Wahrscheinlichkeit einen Arbeitsplatz in der metallverarbeitenden Industrie gefunden hätte. Ein Verdienstausfall von fast 157.000 Euro bis Juli 2022 wurde festgestellt, wobei der zukünftige Verdienstausfall monatlich mit 1.800 Euro bis zur Rente angenommen wird. In der Summe beläuft sich der Betrag, der von UKE gefordert wird, auf rund 6.800 Euro pro Monat für Verdienstausfall und Pflegekosten, hat die T-Online herausgefunden.

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Das Gericht erklärte, dass Jakob, wie er hier genannt wird, mit einer erfolgreichen Operation auch in der Lage gewesen wäre, bis Juli 2026 etwa 185.000 Euro in seinem angestrebten Beruf zu verdienen. Obwohl die Allianz bereits nach dem Urteil von 2021 knapp eine Million Euro überwiesen hat, stehen noch viele Fragen im Raum. Momentan läuft ein weiterführendes Verfahren, und das UKE hat noch nicht zu den gefällten Urteilen Stellung genommen, kann jedoch gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen.

Für alle Patienten, die in ähnlichen Situationen sind, bietet das Bundesgesundheitsministerium wichtige Informationen über die erforderlichen Schritte und Wege, die zu einem gerechteren Umgang führen können. Es ist essenziell, Transparenz und vor allem ein klärendes Gespräch mit den behandelnden Ärzten zu suchen, um die richtigen Maßnahmen einzuleiten.