Was tut sich bei der Mediennutzung unserer Jugend? Eine alarmierende Studie zeigt, dass in Deutschland 21,4 Prozent der 10- bis 17-Jährigen ein riskantes Mediennutzungsverhalten an den Tag legen. Besonders besorgniserregend ist, dass etwa 6,6 Prozent, das sind rund 350.000 junge Menschen, als pathologisch abhängig von digitalen Medien gelten. Diese erschreckenden Zahlen stammen aus einer Längsschnittstudie der DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und unterstreichen einen Trend, der in der heutigen digitalen Welt nicht mehr ignoriert werden kann. So gibt es immer mehr Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, sich von sozialen Medien zu lösen, ein Phänomen, das seit der Corona-Pandemie noch zugenommen hat. Ad-Hoc-News berichtet, dass die Zahl der mediensuchtgefährdeten Kinder und Jugendlichen in Deutschland seitdem um 126 Prozent gestiegen ist.

Was sind die Folgen dieser Abhängigkeit? Die Auswirkungen können schweren Schaden anrichten. Exzessive Mediennutzung führt zu strukturellen Veränderungen im Gehirn und kann Entwicklungs- sowie Verhaltensstörungen zur Folge haben. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen sind mögliche Konsequenzen. Dr. Anke Joas, die das Pilotprojekt „MeKi“ zur Therapie medienabhängiger Kinder leitet, hebt hervor, dass Therapiekonzepte auf medienfreie Aktivitäten, feste Limits und Eigenverantwortung setzen, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Bildungsserver weist darauf hin, dass Jugendliche digitale Medien zwar als integralen Bestandteil ihres Lebens wahrnehmen, jedoch die Gefahren von Mediensucht nicht unterschätzt werden dürfen.

Gefahren im Netz und Regulierungen

Ein weiteres besorgniserregendes Thema ist der Einfluss von Künstlicher Intelligenz und anderen digitalen Phänomenen auf die Jugend. Rund 10 Prozent der Jugendlichen vertrauen KI-Chatbots ihre Geheimnisse an. Überraschenderweise fühlt sich jeder neunte Jugendliche von diesen Bots besser verstanden als von mit Menschen – ein Wert, der bei depressiven Jugendlichen sogar über 30 Prozent liegt. Dies schürt Ängste über den Verlust von zwischenmenschlichen Beziehungen und deren Bedeutung. Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) warnt zudem vor Lootboxen, die Glücksspielprinzipien ähneln und hauptsächlich jüngere Nutzer ansprechen.

Die Diskussion um Regulierungen wird dabei immer lauter. Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat festgestellt, dass über 60 Prozent der Schüler ein suchtähnliches Verhalten aufweisen. Auch die Forderungen nach verbindlichen Smartphone-Regeln an Schulen werden lauter. In Schleswig-Holstein gibt es bereits ein Verbot für Schüler der Klassenstufen eins bis neun. Tagesschau berichtet, dass im Bundestag ein Social-Media-Verbot diskutiert wird, das öffentliche Unterstützung findet. Bei einer Petition für ein Mindestalter von 16 Jahren für den Zugang zu sozialen Medien haben bereits über 250.000 Menschen unterzeichnet.

Der Weg nach vorn

Wie geht es nun weiter? Experten warnen, dass Verbote oft umgangen werden und allein nicht ausreichen. Ein gutes Händchen bei Lösungen könnte die Kombination aus staatlicher Regulierung, technischen Beschränkungen und verstärkter elterlicher Aufsicht sein. Bildungsminister beraten über bundeseinheitliche Strategien; die Expertenkommission unter Karin Prien soll am 24. Juni Empfehlungen vorlegen. International hat Australien bereits Maßnahmen ergriffen und plant, den Zugang zu sozialen Medien für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren zu beschränken.

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Die Mediensucht unter Jugendlichen ist ein ernstzunehmendes Thema, das alle gesellschaftlichen Bereiche betrifft. Gesunde Medienkompetenz sowie verantwortungsvolle Nutzung müssen gefördert werden, um die Jugend vor den negativen Folgen einer übermäßigen digitalen Mediennutzung zu schützen.