Deutschlandsberg, eine charmante Stadt in der Weststeiermark, hat eine lange und faszinierende Geschichte, die bis in die Jungsteinzeit zurückreicht. Der Name „Lonsperch“ wurde erstmals 1153 erwähnt und wird auch heute noch verwendet. Die slawischen Wurzeln des Wortteils „Land-“ im Namen Deutschlandsberg sind bemerkenswert und bedeuten „feuchte Wiese“. In alten Karten ist der Ort unter dem Namen „Lonč“ zu finden, und der Fluss Laßnitz könnte ebenfalls von dieser Wurzel abgeleitet sein. Interessanterweise führen ältere Publikationen den Namen „Lonsperch“ auf das althochdeutsche Wort „lôn“ zurück, was mit Friedrich I. von Lonsperg und der Kolonisation des oberen Laßnitztales in Verbindung gebracht wird. Neuere Literatur unterstützt diese Ableitung jedoch nicht und verweist auf die slawische Herkunft.

Die Geschichte Deutschlandsbergs ist reich an Ereignissen und Veränderungen. 2003 wurde das Entstehen des Buchstabens „d“ im Namen als volksetymologischer Prozess beschrieben. Um Verwechslungen mit Windisch-Landsberg zu vermeiden, wurde der Name Deutschlandsberg im 19. Jahrhundert ergänzt. Die erste Nennung als „Markt Teütschlandsberg“ stammt aus dem Jahr 1778. Die Stadt hat sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt, mit der Gründung der freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1872 und der Erhebung zur Stadt im Jahr 1918. Heute zählt Deutschlandsberg 11.753 Einwohner.

Kulturelle Schätze und historische Stätten

Im Herzen der Stadt thront die Burg Deutschlandsberg, die seit Jahrhunderten das Stadtbild prägt und bis ins 19. Jahrhundert Verwaltungssitz großer Landbesitzungen des Salzburger Erzbistums war. Der erste urkundlich erwähnte Burggraf des Geschlechts der Lonsperger geht auf das Jahr 1153 zurück. Die Burg beherbergt das Museum „Archeo Norico“, das 1979/80 mit einem Ausstellungsraum zur Ur- und Frühgeschichte der Südweststeiermark eröffnet wurde. Heute umfasst das Museum acht permanente Ausstellungen und jährliche Sonderausstellungen, die sich über eine Fläche von über 1.800 m² erstrecken.

Die Sammlung thematisiert unter anderem die Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte sowie das Mittelalter. Zu den Highlights zählen die Waffen- und Folterkammer sowie historische Zisternen und der Burghof. Im Jahr 2025 wird eine Sonderausstellung mit dem Titel „Der Erde entrungen – Archäologie in der Südweststeiermark“ erwartet. Die Burg wird kontinuierlich revitalisiert, unterstützt durch EU-Mittel, was das hohe touristische Interesse an dem historischen Bauwerk unterstreicht.

Bildung und moderne Infrastruktur

Die Stadt bietet eine Vielzahl an Bildungseinrichtungen, darunter mehrere Volksschulen, Mittelschulen und eine Handelsakademie. Das LKH Deutschlandsberg, eröffnet 1984, wurde kürzlich um eine Palliativstation erweitert, um der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden. Die Stadt ist zudem durch die Wieserbahn gut mit Graz verbunden, was die Erreichbarkeit erheblich verbessert. 2016 wurde die erste Tiefgarage eröffnet, was den urbanen Raum weiter aufwertet.

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Die musikalische Kultur lebt in Deutschlandsberg durch zahlreiche Vereine und Veranstaltungen weiter. Die Ulrichskirche, eine der ältesten Sakralbauten der Steiermark, stammt aus dem 10. Jahrhundert und ist ein weiteres historisches Juwel der Stadt. Die Mariensäule am Hauptplatz, die 1714 geweiht wurde, ist ebenfalls ein bedeutendes Denkmal, das die Geschichte der Stadt widerspiegelt.

Insgesamt zeigt Deutschlandsberg, wie Geschichte, Kultur und Moderne auf attraktive Weise miteinander verwoben sind. Die Stadt ist nicht nur ein Ort mit tiefen historischen Wurzeln, sondern auch ein lebendiges Zentrum für Bildung, Kultur und Gemeinschaft.