Reparieren statt Wegwerfen: Das Repaircafé in Langenhorn begeistert!
Die Zeit der Wegwerfmentalität scheint endlich ein Ende zu haben. Im Café ella in Langenhorn strömen die Menschen zum Repaircafé, einem Ort, an dem defekte Geräte nicht einfach abgeschoben werden, sondern die Chance auf ein zweites Leben erhalten. Das Repaircafé, gegründet in 2018, hat sich dem Konzept „Hilfe zur Selbsthilfe“ verschrieben. Hier helfen ehrenamtliche Reparaturprofis dabei, Geräte wie Elektrogeräte, Fahrräder und mehr wieder instand zu setzen. Der freundliche Oliver Reichhelm, einer von 15 engagierten Helfern, steht bereit, um sein Wissen und Handwerk zur Verfügung zu stellen, und das alles bei fünf bis sechs Terminen im Jahr.
„Die Idee ist es, den Leuten beizubringen, wie sie selbst reparieren können“, so Reichhelm. Viele Besucher nutzen die Gelegenheit auch aktiv, um selber Hand anzulegen oder um Tipps von den erfahrenen Helfern zu erhalten. In den über 1000 erfolgreichen Reparaturen, die seit der Gründung durchgeführt wurden, hat sich eine respektable Reparaturquote von etwa 50% für Elektrogeräte etabliert. Ein beachtlicher Erfolg, wenn man bedenkt, wie viele Geräte einfach weggeworfen werden.
Eine Gemeinschaft für den guten Zweck
Die Begeisterung für das Repaircafé ist auch im sozialen Bereich spürbar. Neben den praktischen Reparaturen steht der Austausch unter den Besuchern im Vordergrund. „Wir fördern soziale Interaktionen und helfen, neue Bekanntschaften zu schließen“, erklärt Reichhelm. Dabei bringt jeder Ehrenamtliche wie Noah Schmidt seine ganz eigenen Erfahrungen und Hintergründe mit.
Allerdings gibt es auch einige Regeln, die zu beachten sind. So dürfen reparierbare Gegenstände nur unter einem Arm transportiert und Dinge wie Computer oder Waschmaschinen, die gefährlich sind, bleiben außen vor. Unabhängig vom Ergebnis der Reparatur müssen die Geräte mitgenommen werden. Es wird empfohlen, die Wartezeiten mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen zu überbrücken, während man den Reparaturversuchen zuschaut.
Reparieren im Trend
Mit der Einführung der EU-Richtlinie „Right to Repair“ könnte das Reparieren von Geräten sogar noch mehr im Trend liegen. Diese Richtlinie, die den Herstellern vorschreibt, langlebige Produkte zu produzieren und Ersatzteile länger bereitzustellen, wird bis zum 31. Juli 2026 von den EU-Mitgliedstaaten umgesetzt. Allerdings gilt sie anfangs nur für bestimmte Produktgruppen und lässt viele Kleingeräte außen vor.
Obwohl Oliver Reichhelm bei dem Versuch, einen defekten Katzentrinkbrunnen zu reparieren, keinen Erfolg hatte, zeigt das Repaircafé, dass jeder Beitrag zählt. Letztendlich bleibt der Hauptfokus auf dem Prinzip, dass Reparaturen nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch eine wunderbare Möglichkeit sind, miteinander ins Gespräch zu kommen und nachhaltigen Konsum in den Alltag zu integrieren.
In summe kann gesagt werden: Die Langenhorner Reparatur-Gemeinschaft liefert einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz und schafft gleichzeitig einen Ort der Begegnung. Wo man früher vielleicht einen neuen Kühlschrank gekauft hätte, setzt man jetzt lieber auf Kreativität und Handwerkskunst – ein schöner Trend, der nicht nur in Hamburg hoch im Kurs steht.
Für weitere Informationen zu den Repaircafés und deren Angeboten besuchen Sie auch die Seite des Frankfurter Verbandes.
