Die Hamburger Arbeitsgerichte stehen vor einer umfassenden Modernisierung, die Justizsenatorin Anna Gallina jetzt angekündigt hat. Ein neues Gerichtsgebäude soll nicht nur zeitgemäß, sondern auch sicher und energetisch saniert werden. Die Gerichte bleiben bis mindestens Ende 2047 an ihrem jetzigen Standort in der Osterbekstraße.

Die geplante Modernisierung bringt zahlreiche Verbesserungen mit sich. Sicherheitsaspekte spielen eine zentrale Rolle: Es wird eine Aufteilung in öffentliche, halböffentliche und interne Bereiche geben, ergänzt durch einen zentralen Empfangsbereich sowie einen gesicherten Zugang zu den Mitarbeitendenbereichen. Ein modernes Leitsystem wird zudem dafür sorgen, dass sich die Besucher problemlos im Gebäude orientieren können.

Moderne Gerichtsinfrastruktur

Auch die Ausstattung der Gerichtssäle wird auf den neuesten Stand gebracht: Hier kommt neue Hardware und Software für Videoverhandlungen und E-Akten zum Einsatz. Das Raumklima wird durch eine zentrale Lüftungsanlage verbessert, während die Raumakustik und die Wartebereiche komfortabler gestaltet werden. Zudem ist geplant, Büroflächen durch Desk-Sharing und zusätzliche Kollaborationsflächen effizienter zu nutzen.

Im Sinne des Klimaschutzes werden das Gebäude ans Fernwärmenetz angeschlossen und die Fenster energetisch erneuert. Eine Photovoltaikanlage sowie die Installation einer Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge sind ebenfalls Teil der Pläne. Besonders erfreulich ist, dass die Barrierefreiheit großgeschrieben wird: Neubauten für barrierefreie Sanitäranlagen, die Installation von Leitsystemen für blinde und sehbehinderte Menschen sowie eine Nachrüstung der Aufzugsanlage werden dazu beitragen, dass das Gebäude für alle zugänglich ist. Die Anforderungen an die Barrierefreiheit sind in der DIN 18040-1 festgelegt, die nicht nur für öffentliche, sondern auch für nicht öffentlich zugängliche Gebäude gilt, wie die Bundesfachstelle Barrierefreiheit erläutert.

Finanzierung und Zeitplan

Die Stadt hat sich entschieden, die Bestehenden Gebäude zu renovieren, da keine geeigneten Alternativen zur Verfügung standen. Ein neuer Mietvertrag über 20 Jahre wurde im Februar 2026 unterschrieben, wobei der Vermieter rund 6,7 Millionen Euro in die Modernisierung investiert. Die Nettokaltmiete wird nach Abschluss der Baumaßnahmen von etwa 62.000 Euro auf 115.000 Euro monatlich ansteigen. Für IT, Sicherheit, Möblierung und Umzüge stellt die Stadt einmalig 1,5 Millionen Euro bereit.

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Die Bauarbeiten erfolgen in zwei Phasen. Zunächst wird der Altbau saniert, während die Gerichtstätigkeit bis zum 13. Juli 2026 pausiert, um Vorbereitungen zu treffen. Ab dem 20. Juli beginnt der Verhandlungsbetrieb voraussichtlich in den Ausweichflächen in der Weidestraße – und das für einen Zeitraum von sechs bis maximal neun Monaten.

Die Modernisierung der Hamburger Arbeitsgerichte ist nicht nur ein Schritt zur Verbesserung der Infrastruktur, sondern auch eine notwendige Anpassung an die gestiegenen Anforderungen bezüglich Sicherheit, Klimaschutz und Barrierefreiheit. Die Erwartungen sind hoch, und alle Beteiligten hoffen auf einen reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten.

Für weitere Informationen zur barrierefreien Gestaltung von Gebäuden lohnt sich ein Blick auf die Webseite der Bundesfachstelle Barrierefreiheit.

Um mehr über die aktuellen Entscheidungen der Hamburger Justizverwaltung zu erfahren, lesen Sie den Artikel auf Hamburg.de.