Alsterdorf weckt Hoffnung: Petition fordert Wohnraum statt Gewerbe!
In Alsterdorf, wo Nachbarschaft und Gemeinschaft großgeschrieben werden, stehen die Bewohnerinnen und Bewohner vor der Frage: Wie geht es weiter mit dem Wohnraum? Seit 1968 hat die Politik hier ein Verbot für Wohnnutzungen in Kraft gesetzt, und das schlägt schwer auf die Lebensqualität. Immer mehr Menschen suchen verzweifelt nach Wohnraum, während in Alsterdorf Brachflächen, Leerstände und verwaiste Gebäude die Straße prägen. Die Initiative „Wohnen in Alsterdorf – endlich zulassen!“ macht auf diese Missstände aufmerksam und fordert einen Wechsel in der Nutzungspolitik. Der Bezirk und der Senat haben sich darauf geeinigt, dass 100 % Gewerbe in diesem Gebiet erlaubt sind und kein Platz für Wohnen sein soll. Doch die Stimmen werden lauter, das muss nicht so bleiben. OpenPetition berichtet, dass die Petition an Bürgermeister, Senat, die Bezirksverwaltung und die Bezirkspolitik gerichtet ist.
Die Forderungen der Petition sind klar: Sie verlangt Transparenz und Dialog, eine Neuausweisung des Gewerbegebiets zu einem urbanen oder allgemeinen Wohngebiet und die Schaffung von Mischnutzungen, wo Gewerbe im Erdgeschoss und Wohnungen darüber möglich sein sollen. Die Bewohner hoffen, dass ihre Stimme Gehör findet, denn in einer Stadt wie Hamburg, wo der Wohnungsmarkt angespannt ist, sollte es doch möglich sein, Lösungen zu finden, die Mensch und Gewerbe zusammenbringen.
Hintergrund zum Wohnraummangel
Bundesweit fehlen, laut einer Studie im Auftrag des Verbändebündnisses „Soziales Wohnen“, rund 550.000 Wohnungen. Das ist eine hohe Zahl, die uns alle betrifft, nicht nur in Hamburg. Vor allem die hohe Zuwanderung hat den Wohnraumbedarf stark angeheizt. Die Mieten in Großstädten steigen rasant, die Menschen müssen oft mehr als ein Viertel ihres Einkommens für die Miete aufbringen. Der durchschnittliche Mietpreis in Metropolen kletterte von 2010 bis 2022 um fast 70 %. In Hamburg stehen viele Wohnungen leer, dabei ist der Bedarf nach neuem Wohnraum klar gegeben – von jährlich 372.000 neuen Wohnungen ist die Rede. Doch die Realität zeigt sich anders. bpb schildert, dass die Bautätigkeit hinterherhinkt und 2023 weniger als 300.000 neue Wohnungen realisiert werden konnten.
Bebauungsplan und Gewerbeflächen in Alsterdorf
Die Bedürfnisse der lokalen Wirtschaft und die Erhaltung der Gewerbeflächen müssen berücksichtigt werden. Der Bebauungsplan Alsterdorf 8, der sowohl nördliche als auch südliche Aspekte der Alsterdorfer Straße beleuchtet, setzt auf die Förderung von Gewerbe und handwerklichen Unternehmen. Der Bezirk hat sich entschieden, an der bisherigen Gewerbestruktur festzuhalten und will weitere Wohnnutzungen abwehren. Für viele Menschen ist das ein herber Rückschlag. Der Ausschluss von Beherbergungsstätten soll die Flächen für produzierendes Gewerbe sichern. In den vergangenen Monaten gab es bereits eine Öffentlichkeitsbeteiligung zum Entwurf der 2. Änderung des Bebauungsplans, wo die Anwohner ihre Stimme einbringen konnten. Weitere Informationen sind auf der Website Hamburg-Nord einsehbar.
Alsterdorf hat also die Möglichkeit, sich zu einem lebendigen Viertel mit nahen Wohnmöglichkeiten zu entwickeln, wenn die Forderungen der Petitionen Gehör finden. Die Menschen in Alsterdorf sind bereit, für ihre Nachbarschaft zu kämpfen und hoffen auf mehr Beteiligung und Unterstützung von der Stadt.
