Das Bezirksamt Eimsbüttel hat grünes Licht für die umstrittene Hinterhofbebauung am Grindelhof in Hamburg-Rotherbaum gegeben. Beim Projekt, das von der Firma ANIMA entwickelt wird, sollen insgesamt 46 Eigentumswohnungen in neun Terrassenhäusern entstehen. Die Genehmigung stellt einen wichtigen Schritt für die Entwicklung des Areals dar, das in der Nachbarschaft seit rund 15 Jahren umstritten ist.
Die Pläne umfassen den Bau von drei Etagen plus Dachgeschoss, wobei die Wohnungsgrößen zwischen 40 und 150 Quadratmetern variieren sollen. Die architektonischen Entwürfe stammen von BAID Architektur und orientieren sich an der historischen Vorkriegsbebauung. Diese Maßnahme soll zur Erhaltung des charakteristischen Stadtbildes beitragen. Zudem wird der Innenhof mit versiegelungsarmen Freiflächen, Hecken, Stauden und Bäumen gestaltet, um Spiel- und Aufenthaltsbereiche zu schaffen.
Berücksichtigung des Mikroklimas
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der ökologischen Gestaltung des Projekts. Extensive Dachbegrünungen sollen nicht nur das Mikroklima stabilisieren, sondern auch den Grünanteil in der Gegend erhöhen. Die Erschließung des neuen Wohnraums erfolgt über eine zentrale Hofpassage, die auch an eine geplante Tiefgarage mit Stellplätzen und Fahrradabstellräumen angebunden sein wird. Für die Erdgeschosszonen sind barrierefreie Zugänge sowie private Gartenflächen vorgesehen.
Zusätzlich plant ANIMA den Ersatz des maroden Vorderhauses. Der Bauantrag für dieses „Patrizierhaus“ mit sieben Geschossen und 11 Eigentumswohnungen, die zwischen 80 und 200 Quadratmetern groß sein sollen, wurde bereits eingereicht. Die Realisierung beider Projekte ist ab 2028 angedacht; zuerst wird der Hinterhof bebaut, gefolgt vom Vorderhaus.
Widerstand und Herausforderungen
Der Widerstand der Anwohner gegen die Hinterhofbebauung ist nicht zu übersehen. Seit vielen Jahren gibt es Bedenken hinsichtlich des Verlusts von Grünflächen, die für die Lebensqualität im urbanen Raum von zentraler Bedeutung sind. Dieser Widerstand spiegelt sich auch in der Geschichte des Vorderhauses wider, das zuvor in Konflikten stand, inklusive einer Geldstrafe wegen unzulässiger Wohnraumnutzung.
Die Diskussion um diese Bauprojekte reißt in Rotherbaum nicht ab. Experten von primfo.de betonen, dass die Bewältigung gesetzlicher sowie bautechnischer Anforderungen eine Herausforderung darstellt, die sowohl für die Projektbeteiligten als auch für die Anwohner relevant ist. In der Immobilienwirtschaft wird nun gespannt auf die Entwicklungen gewartet, während der lokale Diskurs weitergeht.