Hamburgs U-Bahn: Ein Jahrhundert Mobilität zwischen Barmbek und Rathausmarkt!
Am 15. Februar 1912 war ein bedeutsamer Tag für Hamburg. An diesem Tag wurde die erste U-Bahnlinie der Stadt feierlich eröffnet. Sechs Jahre Bauzeit gingen diesem Meilenstein voraus, in denen sich Bürgermeister Johann Heinrich Burchard stolz über die neue Hochbahn zeigte. Diese Eröffnung machte Hamburg zur zweiten Stadt in Deutschland mit einer Hoch- und Untergrundbahn, nach Berlin. Der Gedanke hinter dem Bau war klar: Verkehrsprobleme der wachsenden Metropole sollten nachhaltig gelöst werden. Die erste Teilstrecke verband Barmbek mit dem Rathausmarkt und startete mit einem zweiwöchigen kostenlosen Probelauf, bevor der offizielle Betrieb am 1. März 1912 begann.
Die Anfangsphase war eine bewegte Zeit: Die erste Teilstrecke von 1912 umfasste mehrere Abschnitte, darunter Barmbek – Kellinghusenstraße am 10. Mai und Kellinghusenstraße – Millerntor am 25. Mai, gefolgt von Millerntor – Rathausmarkt am 29. Juni. Die gesamte Ringlinie umfasste 23 Haltestellen, 58 Brücken und einen beeindruckenden Mix aus Tunneln und Viadukten. Ein Kraftwerk in Barmbek sorgte für die notwendige elektrische Energie. Interessanterweise lagen die Ticketpreise bei 10 Pfennig für bis zu fünf Stationen in der dritten Klasse und 15 Pfennig für die zweite Klasse, was angesichts der Einkommen von Arbeiter mit etwa 27 Mark pro Woche und Maurern mit 40 Mark erstaunlich erschwinglich war.
Wachsende Bevölkerung und erste Ergänzungen
Um 1900 kam die Stadt Hamburg in eine Phase des Wachstums, weshalb viele Bewohner aus der Innenstadt weichen mussten. Auf diese Weise stieg der Bedarf an öffentlichem Nahverkehr, und der Bau der U-Bahn wurde unverzichtbar. Der genannte Bauvertrag wurde bereits im Juni 1906 genehmigt, mit einem kostspieligen Budget von etwa 55 Millionen Mark. Der Tunnelbau stellte dabei eine große Herausforderung dar: Er wurde in offener Bauweise realisiert, während der Viaduktbau auf Holzgerüste und viel Handarbeit angewiesen war.
Die Reisezeiten waren beachtlich – eine Fahrt von Barmbek zu den Landungsbrücken dauerte gerade mal 21 Minuten. Ziemlich beeindruckend für die damalige Zeit! Bereits im Jahr 1913 wurde die erste Zweigstrecke nach Eimsbüttel eröffnet und 1914 folgte die Linie nach Ohlsdorf. In den folgenden Jahren ergänzten Omnibusse das Angebot, während die erste Nachtbuslinie im Jahr 1925 ihren Betrieb aufnahm.
Der Weg bis heute
Der Ausbau des Netzes wurde nie wirklich gestoppt. Die zweite U-Bahnlinie, die KellJung-Linie, wurde 1931 in Betrieb genommen. Trotz der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg gelang es, die Ringlinie ab 1950 vollständig wiederherzustellen. In den Jahren ab 1965 ging es dann richtig voran: Neue Siedlungen bekamen Anschluss, und mit der Gründung des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) wurde der Nahverkehr noch effizienter gestaltet. Ein echter Zugewinn für die Stadt!
Das neue Kapitel wird durch die jüngsten Entwicklungen in der U-Bahn-Infrastruktur geprägt. So ist die Haltestelle Arenen Volkspart geplant, die einerseits als Anschluss für den Altonaer Volkspark dienen soll und andererseits die Transportbedürfnisse bei Großveranstaltungen in den Arenen berücksichtigt. Die Haltestelle, die so gestaltet ist, dass sie bei Veranstaltungen bedarfsgerecht aufgerüstet werden kann, wird parallele Wege zu den Arenen bieten und so die Besucherströme optimal verteilen. Insgesamt stehen bei der Haltestelle während Veranstaltungen bis zu zwölf Treppenanlagen und vier Aufzüge bereit, um den Fahrgästen den Zugang zu erleichtern.
Die neuen U5-Züge werden im 90-Sekunden-Takt fahren und können bis zu 18.000 Fahrgäste in etwa 30 Minuten in die Innenstadt befördern. So bleibt die U-Bahn-Historie Hamburgs ein lebendiges und wichtiges Thema – von den ersten Anfängen bis zur heutigen modernen Mobilitätslösungen. Die Anfänge des U-Bahn-Baus in Hamburg finden sich umfassend dokumentiert in ndr.de und die aktuelle Entwicklung und Geschichte der Haltestellen können auf u-bahnnetz-hamburg.de nachgelesen werden.
