Stephan Orth, ein Eimsbütteler Autor und Journalist, hat sich mit seiner Leidenschaft für Couchsurfing und außergewöhnliche Reiseziele einen Namen gemacht. Seit über 20 Jahren erkundet er die Welt und zieht es dabei vor, in die Geschichten der Menschen einzutauchen, die er trifft. Im April 2025 kehrte er in die Ukraine zurück, um seine Erlebnisse und Beobachtungen in seinem aktuellen Buch „Couchsurfing in der Ukraine“ festzuhalten.

Orths Reise in die Ukraine fand zwei Jahre nach Kriegsbeginn statt, motiviert durch seine ukrainische Freundin und dem Wunsch, auf die alltäglichen und gravierenden Auswirkungen des Krieges aufmerksam zu machen. Seine Erlebnisse führten ihn unter anderem nach Kiew, Saporischija, Lyman und Odessa, wo er der Zerstörung und den Gefahren, wie Luftangriffen und Alarmen, gegenüberstand. Trotz der persönlichen Unsicherheiten begegnete er inspirierenden Menschen, die ihm eindrückliche Geschichten erzählten, wie etwa ein Gastgeber, der trotz der Angriffe in seinem Haus bleibt.

Begegnungen und Reflexionen

In Lyman traf Orth eine 85-jährige Frau, die seit 18 Monaten im Keller lebt und dennoch optimistisch bleibt. Solche Begegnungen lassen ihn über die menschliche Psyche in Krisensituationen nachdenken und darüber, wie Hass entstehen kann. Sein Buch bietet einen kritischen, aber unterhaltsamen Blick auf das Land und seine Menschen, und er reflektiert über die Risiken und den Wert der Geschichten, die er erlebt hat. Eine humorvolle Anekdote aus seiner Reise zeigt beispielsweise, wie eine Autovermietung anruft, wenn er sich zu nah an die Front wagt.

Orth ist sich der Gefahren in Krisengebieten bewusst und hat Atemübungen erlernt sowie einen Kurs für Kriegsreporter besucht, um mit seiner Angst umzugehen. Nach seiner Rückkehr aus der Ukraine hatte er anfangs Schwierigkeiten mit Geräuschen, die Erinnerungen an Luftalarme weckten. Diese Erfahrungen führen ihn zu der Überzeugung, dass das Leben in Deutschland im Vergleich zu seinen Reisen wohlstands- und sicherheitsgeprägt ist.

Eine freundlichere Welt

Trotz der Herausforderungen und Gefahren, die er erlebt hat, glaubt Orth, dass die Welt freundlicher ist, als viele denken. Die Mehrheit der Menschen ist gut gesinnt und hat Geschichten zu erzählen, die es wert sind, gehört zu werden. Seine Reisebegeisterung begann mit Rucksackreisen in Australien und führte ihn über Südostasien zu anspruchsvolleren Zielen wie dem Iran, über den er ebenfalls ein Buch verfasste.

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Die humanitären Herausforderungen, die Orth in der Ukraine beobachtet hat, stehen im Kontext der Arbeit des DRK e.V., das mit Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften zusammenarbeitet, um die dringendsten Bedürfnisse der betroffenen Menschen zu ermitteln. Dabei wird gezielte und schnelle Hilfe in Form von Trinkwasser, Nahrung, Unterkünften und medizinischer Versorgung geleistet. Neben der Nothilfe sind auch langfristige Entwicklungszusammenarbeit und die Schaffung von Perspektiven in Krisenregionen von zentraler Bedeutung.

Stephan Orths Buch „Couchsurfing in der Ukraine“ (256 Seiten, Verlag Malik, ISBN 978-3-89029-594-7, Preis 18 €) lädt die Leser ein, die Ukraine durch die Augen eines Reisenden zu sehen, der trotz aller Widrigkeiten den Mut der Menschen hervorhebt und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht aufgibt.