Führung für die Zukunft: Hamburgs Weg zur Stärkung der Grundschulbildung
In Hamburg, wo Bildung weit mehr ist als nur ein Schlagwort, wurde kürzlich ein bedeutsames Kapitel in der Grundschulbildung aufgeschlagen. Das Qualifizierungsprogramm „Grundschule voraus“, das Lehrkräfte auf ihre zukünftigen Führungsaufgaben vorbereitet, hat nun seine dritte Runde erfolgreich abgeschlossen. Und das mit Bravour! Die Teilnehmenden des dritten Jahrgangs erhielten stolz ihre Zertifikate – ein Zeichen für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Eine wunderbare Feier, die die Bedeutung der Grundschulen als zentrale Orte für Bildungsgerechtigkeit und demokratisches Miteinander hervorhebt.
Doch was steckt genau hinter diesem Programm? Es richtet sich an Grundschullehrkräfte, die bereits im fünften Berufsjahr sind, und bietet ihnen das nötige Rüstzeug, um die Herausforderungen der Schulleitung zu meistern. Die Komplexität der Aufgaben erfordert starke und reflektierte Führung, die hier gezielt gefördert wird. Das Programm, das aus drei Bausteinen – Führungstraining, Netzwerkveranstaltungen und Praxisprojekten – besteht, hat bereits 52 Hamburger Lehrkräfte zu erfolgreichen Schulleitern qualifiziert. Ein beeindruckendes Ergebnis!
Die Motivation zur Übernahme von Führungsverantwortung
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Eine repräsentative forsa-Befragung zeigt, dass mehr als ein Viertel der Lehrkräfte in Deutschland (27,7 %) sich vorstellen kann, eine Schulleitungsposition zu übernehmen. Besonders die, die an solchen Qualifizierungsprogrammen teilnehmen, zeigen eine hohe Bereitschaft zur Übernahme von Führungsverantwortung. Bei den Teilnehmenden des Programms liegt dieser Anteil sogar noch höher – ein klarer Hinweis darauf, dass gezielte Förderung die Motivation und Entwicklungsperspektiven der Lehrkräfte deutlich steigert. Komischerweise empfinden fast die Hälfte der Lehrkräfte, die nicht teilnehmen, kaum Entwicklungsmöglichkeiten. Bei den Programmteilnehmenden sind es nur 5,9 %! Ein Unterschied, der nachdenklich macht.
Ein wichtiger Aspekt, den Prof. Dr. Marcus Pietsch betont, ist die Notwendigkeit, dass Lehrkräfte frühzeitig Führungserfahrung sammeln. Das Programm „Grundschule voraus“ ermöglicht es den Teilnehmenden, positive Führungserfahrungen zu machen und damit ihre Verantwortung zu entdecken. Diese Erfahrungen sind nicht nur für die persönliche Entwicklung wichtig, sondern auch für die gesamte Schulkultur. Engagierte Lehrkräfte übernehmen früh Verantwortung und tragen dazu bei, die Schulen von morgen individuell zu fördern und teamorientiert zu gestalten.
Ein Blick in die Zukunft
Mit dem vierten Jahrgang, der im Schuljahr 2026/27 beginnt, wird das Programm fortgesetzt. Die Stadt Hamburg hat erkannt, wie wichtig die Ausbildung von Führungskräften im Bildungsbereich ist. Eine Studie zeigt, dass solche Weiterbildungsprogramme dem Schulleitungsmangel bekämpfen können. Die bisherigen Befunde sind vielversprechend, aber nur der erste Schritt in eine langfristige Strategie. Das Pilotprojekt wird wissenschaftlich begleitet, um die Entwicklung der Teilnehmenden über mehrere Jahre zu verfolgen und die gewonnenen Erkenntnisse in künftige Entscheidungen einfließen zu lassen.
Der Austausch zwischen Bildung, Wissenschaft und den Schulen wird weiter gestärkt. Eine solide Basis für die künftige Förderung von Schulleitungen wird geschaffen. Denn letztlich sind es die starken Schulleitungen, die die Schulen zu Orten machen, an denen individuelle Förderung, Teamarbeit und die Zukunft der Kinder im Mittelpunkt stehen. Hier in Hamburg, wo Bildung wirklich gelebt wird, ist das ein Schritt in die richtige Richtung.
